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Jeremia 5 von 52

von Rico Loosli 6934 Bioggio
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Jeremia 5 von 52

5:1 Streift dur d Strosse Jerusalems. Gsehnd eu um und sind ufmerksam. Suechet ihri öffentliche Plätz ab zum gseh ob ihr öpper chönd finde, de Recht üebt wo sich bemüht, treu zsi, und i wirde de Stadt vergä.

2 Säubscht we si säge: "So wahr Jehova läbt!", würeds denoch falsch schwöre.

3 O Jehova, sueched dini Auge nöd nach Treue? Du hesch se gschlage, doch das het ke Würkig uf sie gha. Du hesch si vernichtet, aber sie hend sech ned welle erzieh. Si hei ire Gsicht härter gmacht aus e Felse. Si hei sich umzkehre gweigeret.

4 Doch i ha mir gseit: "Das si bestimmt eifachi Lüt. Si handle unvernünftig, wüu si dr Wäg Jehovas, ds Gsetz vo ihrem Gottes, nid kenne.

5 I wirde zu de agseh Manne ga und mit ihne rede, denn si müesse dr Wäg Jehovas, ds Gsetz vo ihrem Gott, zur Kenntnis gno hei. Aber si hei aui ds Joch zerbroche u sech vo de Ischränkige befreit."

6 Drum griift e Löi vom Wald si a, e Wolf vo de Wüeschtebene fallt geng wider über si här, e Leopard ligt vor ihre Städt uf der Lauer. Jede, wo uusegoht, wird in Stück grisse. Denn sie hän vieli Iberträtige agfange, ihri Tate vu dr Untreu sin zahlriich.

7 Wie chani dir das vergäh? Dini Söhn hei mi verlah u si schwöre bi öppis wo kei Gott isch. I ha ne aues gä wo si bruucht hei, aber si hei immer wider d Ehe broche, scharewiis si zum Huus vonere Prostituierte ga.

8 Si si wi gierigi, brünschtigi Ross. Jede wiehered nach der Frau vomene andere.

9 "Söui se derfür nid zur Rächeschaft zieh?", erklärt jehova. "Söui mi a somene Volk nid räche?"

10 "Zieht zu den Weinbergterrassen der Stadt hinauf und richtet Verwüestung a, vernichtet aber nicht alles. Nehmet ihr die wucherinnen Ranken weg, weil sie gehören nicht Jehova.

11 Ds Huus Israel und ds Huus Juda hei sech mir gegenüber nämmlech usgsproche treulos verhaute", erklärt jehova.

12 "Sie hend Jehova verleugnet und säge ständig: 'Er wird nüt ungerneh. Über üs wird keis Unglück cho. Weder Schwert no Hungersnot werde mer gseh.'

13 D Prophete sy voll leerem Grede und d Wort sy nid i ihne. So sölls ihne ergo!"

14 Drum seit Jehova, dr Gott vor Heere: "Wiu die Männer so rede, mach i mini Wort i dim Muul z Füür. Das Volk isch ds Holz, es wird dervo verzehrt."

15 "I bring es Volk us dr Ferni über euch, Huus Israel", erklärt der Jehova. "Es isch es sit langem bestehends Volk. Es isch es uralts Volk, es Volk, wo d Sprach du nid kennsch u dine Wort du nid verstahsch.

16 Ihr Köcher isch wie es offnigs Grab. Es si aues Chrieger.

17 Si wärde dini Ärnte u dis Brot verschlinge. Si wärde dini Söhn u Töchter verschlinge. Si wärde dini Schaf u Rinder verschlinge. Si wärde dini Wystöck u Fygeböim verschlinge. Dini befestigte Städt wo du vertrausch, wärde si mit em Schwärt zerstöre."

18 "Doch auch in denen Tage", so erklärt Jehova, "werde ich euch nicht völlig vernichten.

19 U we si frage: "Warum het üses Gott Jehova üs das aues aata?', denn söllsch ine antworte: 'So, we ihr mi verlah hend, um i euem Land amene frömde Gott z diene, so werde ihr Frömde diene imene Land, wo nid eu ghört.

20 Verchündet das im Huus Jakob, rüeft's in Juda us und seit:

21 "Hör ez, du unvernünftigs Volk ohni Verstand: Ihr heit Ouge, chöi aber nid gseh. Dir hänn Ohre, chöit aber nid ghöre.

22 'Fürchtet ihr mich ned?', erklärt Jehova.  'Söttet ihr nid vor mir zittere? I bi's, wo em Meer dr Sand aus Gränze gsetzt het, e duurhafti Schranki, wo's nid cha überschriite. Obwohl sini Wälle tobe, chöme si nid drgäge aa. O we si no so sehr tose, chöme si nid drüber use.

23 Doch das Vouch het es sturm u rebelligs Herz. Si hei sech abgwandt u si ihre eigeti Wäg gange.

24 U si säge sech nid: "Lönd üs ez üsen Gott Jehova fürchte, dä wo zur richtige Ziit Rege git, dä Herbstrege und dä Früeligsrege, dä wo di feschtgsetzte Erntewuche für üs sicheret."

25 Wege euem eigene Vergehe isch das alles usblibe. Euri eigene Sünd hei eu ds Guete vorenthalte.

26 Denn unger mim Volk gits schlechti Mensche. Si hebed ständig Usschau wie sech duckendi Vogelfänger. Si stelled e tödlichi Falle. Si fanged Mönsche.

27 Wi ne Chäfig voue Vögu, so sy ihri Hüüser voller Betrug. Drum sy si mächtig u rich worde.

28 Si si fett und ihri Hut isch glatt. Si quelle über vor Bösem. Dr Rächtsfau vo de Vaterlose füehre si nid so das si erfolgrich wäre und de Arme verwehre si ds Rächt.

29 "Söui se derfür nid zur Rächeschaft zieh?", erklärt Jehova. "Söui mi a somene Volk nid räche?

30 Öppis Entsetzlichs und Schrecklichs isch im Land gscheh:

31 Prophete prophezeien Lüge, u d Prieschter nutze ihri Autorität zum angeri z beherrsche. U mis eigete Volk liebt's eso. Mou was wärdeder mache, we ds Ändi chunnt?"